Seit kurzer Zeit sind in der Schweiz die Produkte der Marke BC Racing offiziell erhältlich. BC Racing hat in der englischen und amerikanischen TimeAttack-Szene mittlerweile einen recht guten Ruf, die Fahrwerke werden dort geschätzt und häufig eingesetzt. Grund genug für TrackDays.ch, die BC Racing Fahrwerke in Zusammenarbeit mit Circuit-Parts genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei dem getesteten Fahrwerk handelt es sich um ein BC Racing BR Type Gewindefahrwerk für den Subaru Legacy MKII. Viele Informationen zu BC Racing findet ihr auf der Website von Circuit-Parts, www.circuit-parts.ch!
Der erste Eindruck
Bereits beim Abholen des Fahrwerks fällt die gute Verarbeitungsqualität auf. Hält man das Fahrwerk in der Hand, bemerkt man einerseits das Gewicht der Federbeine, andererseits die hochwertigen Materialien, aus welchen das Fahrwerk besteht. Die Konterringe, welche z.T. bei anderen Fabrikaten aus Kunststoff gefertigt sind, sind aus Metall und können dementsprechend auch besser angezogen werden. Der Radsturz kann bei den vorderen McPherson-Federbeinen direkt an den Domlagern, welche aus Aluminium gefertigt sind, eingestellt werden.
Im Lieferumfang des Fahrwerks enthalten sind massive, hochglanzpolierte Werkzeuge für die Konterringe, in welche das BC Racing Logo gestanzt ist. Weiter liegen dem Fahrwerk ein Inbus-Schlüssel für die einstellbaren Domlager, eine kurze Einbaudokumentation und selbstverständlich das offizielle Schweizer Beiblatt bei.
Der Einbau
Soweit so gut, das Fahrwerk vermag auf den ersten Blick absolut zu überzeugen, nun geht es an den Einbau. Bei unserem Testfahrzeug handelt es sich um einen komplett originalen 1998er Subaru Legacy 2.5 Limited A. Als erstes habe wir die originale Fahrwerkshöhe vorne und hinten gemessen und notiert. Dieser Ausgangswert war wichtig, da der Wagen genau 3,5 cm tiefer gelegt werden sollte.
Da die hinteren Dome des Legacys verkleidet sind, mussten wir die Rückbank ausbauen. Der Legacy verfügt vorne und hinten über McPherson Federbeine, welche an den Domen mit drei Muttern und unten am Achsschenkel mit zwei Bolzen gesichert sind. Während wir die Bolzen an den Domen relativ leicht lösen konnten, mussten wir für die Bolzen an den Achsschenkeln viel WD40 und eine Verlängerung für die Ratsche verwenden. Zusätzlich müssen die Bremsschläuche und die ABS Leitungen an den originalen Federbeinen gelöst werden.
Die ABS Leitungen sind geschraubt, die Bremsleitungen verlaufen durch eine Halterung am Stossdämpfer. Wer also die Bremsschläuche nicht abnehmen möchte, kommt nicht darum, diese Halterung zu zerstören (wir haben einen Seitenschneider und eine Zange verwendet).
Sind die originalen Federbeine ausgebaut, kann das Gewindefahrwerk bereits eingebaut werden.
Wie man auf den Bildern sieht, sind für die Bremsschläuche und die ABS Leitungen am BC Racing Gewindefahrwerk Halterungen vorbereitet. Die ABS Leitungen können wieder angeschraubt werden, die Bremsschläuche werden mit den originalen Plättchen wieder befestigt. Perfekt! Wir haben schon erlebt, dass man bei gewissen Gewindefahrwerken Halterungen selber basteln oder zusätzlich bearbeiten muss, hier ist alles „Plug-n-Play“.
Zu guter Letzt stellten wir die Höhe des Fahrwerks ein. Hier kommt man kaum ums Pröbeln herum. Wir haben vorne rechts begonnen und das Fahrwerk +/- auf die gewünschte Höhe eingestellt, dann haben wir das Rad montiert, das Fahrzeug vorsichtig zu Boden gelassen, nachgemessen und dann die Höhe gemäss der Messung korrigiert. Auf die linke Seite konnten wir dann die Distanz zwischen dem oberen Konterring für die Federvorspannung und dem unteren Konterring übertragen und erhielten so exakt die gleiche Tieferlegung. Hinten gingen wir gleich vor. Bei der Einstellung der kombinierten Druck- und Zugstufe haben wir vor allem auf die Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs geachtet und ein konservatives Setup gewählt: Hinten: 20 Klicks auf „Hart“ – Vorne 10 Klicks auf „Hart“.
Nachdem alle Arbeiten beendet sind müssen unbedingt nochmals alle Bolzen und Muttern kontrolliert und mit dem Drehmomentschlüssel gemäss Werkstatthandbuch angezogen werden. Zusätzlich sollten alle Konterringe nochmals überprüft und gesichert werden (hier empfiehlt sich der gefühlvolle Einsatz eines Plastik- oder Gummihammer).
Die ersten Kilometer
Nach dem Einbau ging es auf eine kurze Probefahrt. Hierbei achteten wir vor allem auf Geräusche des Fahrwerks und das allgemeine Fahrverhalten. Wir konnten keine Probleme feststellen, der Wagen fuhr sich prima. Das Rollen in den Kurven, welches das hohe, weiche Originalfahrwerk verursacht hat, war praktisch weg. Zudem viel auf, dass das Einlenken und das Bremsen nun schöner, harmonischer, von statten gingen. Bodenwellen werden durch das Fahrwerk gut geschluckt. Natürlich ist das Fahrwerk härter und straffer als das Originalfahrwerk, aber auf keinen Fall aufdringlich oder unangenehm.
Sicherlich ist der Legacy auch mit dem Fahrwerk kein Sportwagen, trotzdem macht das Fahren nun viel mehr Spass. In den nächsten Tagen wird das Fahrwerk noch korrekt eingestellt (Spur/Sturz/Lenkgeometrie), momentan hat der Wagen noch ein relativ starkes Untersteuern. Das BC Racing Fahrwerk hat bis jetzt gehalten, was es versprochen hat. Ob es sich auch im Langzeittest und vor allem auf der Rennstrecke beweisen kann, wird sich zeigen. Wir sind aber sehr zuversichtlich!
Falls Ihr mehr wissen wollt über BC Racing helfen euch Pascal (pascal@circuit-parts.ch) und Stefan (stefan@circuit-parts.ch) von Circuit-Parts gerne weiter. Besucht auch ihre Website: www.circuit-parts.ch!
Achtung: Auch wenn der Fahrwerkseinbau relativ einfach aussieht, müssen diese Arbeiten immer durch Fachleute ausgeführt werden! Bedenkt, dass das Fahrwerk ein sicherheitsrelevantes Teil ist. Weder TrackDays.ch noch Circuit-Parts GmbH übernehmen irgendwelche Haftung, bei eventuellen Schäden, welche durch den Ein- oder den Umbau von Fahrwerken gemäss diesem Bericht entstehen.